SEO für B2B 2025 – Strategien, Strukturen und Chancen im Vergleich zu B2C
Einleitung
SEO für B2B wird oft als Sonderfall betrachtet – dabei unterscheidet es sich im Kern nicht grundlegend von SEO im B2C-Bereich. Entscheidend ist: Die Rahmenbedingungen, die Zielgruppen und die Suchintentionen im B2B verlangen andere Prioritäten. In diesem Beitrag werfen wir einen praxisnahen Blick auf Strategien, typische Fehlerquellen und Optimierungspotenziale für B2B-Websites – basierend auf dem SEO-Seminar „Teil 13 – Vertiefung B2B“.
1. B2B-SEO folgt denselben Grundprinzipien wie B2C – mit anderen Schwerpunkten
Die SEO-Grundlagen gelten universell: Technisch saubere Seiten, klare Inhalte, relevante Keywords und logische Navigation sind sowohl für B2C als auch für B2B wichtig. Allerdings setzen B2B-Unternehmen andere Schwerpunkte:
- Preisvergleiche, Bewertungen und Rabattaktionen sind im B2B selten ausschlaggebend für den Kauf. Stattdessen zählen sachliche Argumente, Leistungsbeschreibungen und individuelle Problemlösungen.
- Da die Produkte meist erklärungsbedürftig sind, benötigen Kunden detaillierte Informationen, technische Spezifikationen und Beispiele aus der Praxis.
- Die Kaufprozesse sind länger und beinhalten häufig mehrere Entscheider. Das bedeutet: Inhalte müssen nicht nur informieren, sondern auch Vertrauen aufbauen und Argumente für verschiedene Rollen liefern (Technik, Einkauf, Geschäftsleitung).
2. SEO beginnt bei der Technik: Standards umsetzen
Viele B2B-Websites haben ungenutztes Potenzial, weil grundlegende SEO-Standards fehlen oder unzureichend umgesetzt werden:
- Seitentitel sind häufig doppelt vergeben oder zu allgemein, wodurch sie weder auffallen noch einen klaren Nutzen signalisieren.
- Meta Descriptions enthalten oft keine konkreten Vorteile oder Handlungsaufforderungen und werden in den Suchergebnissen nicht angeklickt.
- Überschriftenhierarchien wie H1 und H2 fehlen oder werden mehrfach verwendet, was die Lesbarkeit und die semantische Struktur beeinträchtigt.
- Inhalte wirken austauschbar oder zu produktlastig, ohne konkrete Lösungen oder Anwendungsszenarien zu beschreiben.
Beispielhafte Optimierungen zeigen, wie es besser geht:
- Die Website igus.de verwendet klare Titel wie „Energieketten für Maschinenbau – langlebig, modular, leicht“, die sowohl das Produkt als auch den Nutzen kommunizieren.
- herrenknecht.com nutzt H1 und H2 strukturiert, um Produkte, Projekte und Anwendungsfelder voneinander abzugrenzen.
- Bei kuka.com finden sich strukturierte Inhalte mit erläuternden Texten, visuellen Beispielen und häufig gestellten Fragen.
3. Die Website-Struktur muss zum Suchverhalten passen
Oft orientieren sich B2B-Websites an internen Produktkategorien – doch Nutzer suchen nicht danach, sondern nach Lösungen für konkrete Probleme. Eine nutzerzentrierte Struktur ist deshalb entscheidend:
- Jede relevante Suchintention sollte eine eigene, monothematische Seite erhalten. Nur so kann Google die Seite klar zuordnen.
- Viele Suchanfragen beziehen sich nicht auf ein bestimmtes Produkt, sondern auf eine Anwendung (z. B. „automatische Verpackungslinie für Lebensmittel“).
- Unterschiedliche Seitentypen haben verschiedene Aufgaben:
- Kategorieseiten dienen als Einstieg und Übersicht – ideal für generische Suchbegriffe.
- Produktseiten sind für spezifische Keywords und detaillierte Informationen zuständig.
Beispiel:
- Eine Kategorieseite wie „Fördertechnik für die Industrie“ bietet eine Übersicht über Systeme, Branchenbeispiele und Funktionen.
- Eine Produktseite wie „Gurtförderer GFT 2000“ liefert technische Daten, Einsatzgebiete, Zeichnungen und Montagehinweise.
4. Content-Formate strategisch nutzen
Im B2B suchen Nutzer häufig nach Erklärungen, Anleitungen oder Vergleichen – nicht nur nach Produktnamen. Daraus ergeben sich zahlreiche SEO-relevante Content-Formate:
- Blogartikel beantworten typische Fragen aus dem Tagesgeschäft oder erklären komplexe Sachverhalte, z. B. „Was ist eine SPS-Steuerung?“
- Vergleichsseiten helfen bei der Entscheidungsfindung, z. B. „SAP vs. ProAlpha – welches ERP-System passt besser zum Mittelstand?“
- FAQ-Bereiche liefern schnelle Antworten zu häufigen Problemstellungen oder Prozessen, z. B. „Wie läuft eine CE-Zertifizierung ab?“
- Glossare erklären Fachbegriffe, z. B. „IP65 – was bedeutet das für die Industrie?“
Diese Formate bieten langfristigen Traffic, verbessern die Sichtbarkeit bei Long-Tail-Keywords und zeigen inhaltliche Expertise.
5. Linkbuilding im B2B – sinnvoll, aber anders als im B2C
Links bleiben auch im B2B ein wichtiger Rankingfaktor – doch sie entstehen anders als im B2C:
- Verbände, Kammern und Netzwerke bieten oft Mitgliederverzeichnisse mit Verlinkung auf Unternehmensseiten. Diese sind thematisch passend und haben hohe Autorität.
- Hochschulen und HR-Portale listen Arbeitgeber in Karriereportalen – inklusive Backlink und Firmenbeschreibung.
- Fachmessen, Kongresse oder Branchenevents bieten Ausstellerprofile mit Logo, Text und Link.
- Referenzprojekte und Partnerseiten ermöglichen gegenseitige Verlinkungen mit echter Relevanz.
Beispiel:
- Der Maschinenhersteller A wird im VDMA-Verzeichnis mit einem Link zur Unternehmensseite genannt.
- Die Universität B listet ihn in ihrem Stellenportal als Arbeitgeber – mit Verlinkung zur Karriereseite.
Achtung: Gekaufte Links sind riskant und verstoßen gegen Googles Richtlinien. Besser sind nachhaltige Strategien über PR, Partnerschaften und Qualität.
6. Internationales SEO im B2B: Struktur, Sprache, Standards
Bei international tätigen Unternehmen ist SEO besonders anspruchsvoll – und strategisch relevant:
- Statt länderspezifischer Domains (z. B. .de, .fr) empfiehlt sich eine zentrale .com-Domain mit Unterverzeichnissen für Sprache und Land (z. B. /de/, /en/, /fr/).
- Hreflang-Tags helfen Google, verschiedene Sprachversionen korrekt zuzuordnen und Duplicate Content zu vermeiden.
- Der Content sollte nicht einfach übersetzt, sondern lokalisiert werden – inklusive Keyword-Recherche in der Zielsprache.
Beispiel:
- Ein Hersteller von Klimasystemen muss beachten, dass Kunden in Norwegen nach „Frostschutz“ suchen, in Spanien aber nach „Kühltechnik“.
- In Großbritannien heißt es „optimisation“, in den USA „optimization“ – beides muss sprachlich berücksichtigt werden.
7. Technische Details optimieren – ohne Perfektionismus
Die technische Basis muss stimmen, aber nicht jede Metrik muss im grünen Bereich sein. Wichtig ist:
- Core Web Vitals wie Ladegeschwindigkeit (LCP), Interaktivität (INP) und visuelle Stabilität (CLS) sollten optimiert sein – z. B. durch gutes Hosting, Caching und Bildkomprimierung.
- Alt-Texte sind wichtig für Maschinenlesbarkeit und Barrierefreiheit – besonders bei Grafiken, Zeichnungen und technischen Skizzen.
- Interne Verlinkung sorgt dafür, dass Suchmaschinen alle relevanten Seiten finden – besonders bei tief verschachtelten Strukturen.
- PDF-Dateien mit Datenblättern oder Katalogen sollten suchmaschinenfreundlich gemacht werden oder als HTML-Seiten vorliegen.
Fazit: Erklären verkauft – und bringt Sichtbarkeit
B2B-SEO funktioniert dann besonders gut, wenn Inhalte klar, nutzerzentriert und strukturiert aufbereitet sind. Statt sich an der internen Sichtweise des Unternehmens zu orientieren, sollten die Inhalte konsequent auf das Informationsbedürfnis der Zielgruppe zugeschnitten sein. Das bedeutet: weg von reinen Produktbeschreibungen, hin zu Problemlösungen, verständlicher Argumentation und praxisnahen Anwendungen. Wer verschiedene Content-Formate wie Blogartikel, FAQs oder Vergleichsseiten gezielt einsetzt, erhöht nicht nur seine Sichtbarkeit, sondern stärkt auch das Vertrauen potenzieller Kunden. Der Aufbau von Backlinks erfolgt im B2B-Bereich am besten über Partnerschaften, Netzwerke und thematisch relevante Plattformen – Qualität geht hier klar vor Quantität. Und auch die Technik muss stimmen: Eine solide, suchmaschinenfreundliche Struktur ist wichtiger als Perfektion in jedem Detail. Letztlich ist B2B-SEO kein kurzfristiges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, bei dem guter Content, klare Strukturen und echte Mehrwerte den Ausschlag geben – und damit langfristig zur Kundengewinnung beitragen.
Quellen zum Artikel SEO im B2B
- https://www.evergreen.media/ratgeber/b2b-seo/ (abgerufen am 26.05.2025)
- https://www.visable.com/de_de/magazin/praxistipps/gute-rankings-fuer-b2b-unternehmen (abgerufen am 26.05.2025)
- https://www.more-fire.com/ratgeber/seo-fuer-b2b-unternehmen/ (abgerufen 26.05.2025)
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Über die Autorin
Alexandra Lüß ist seit 2008 im Marketing zuhause. Als IHK-zertifizierte Content-Marketing-Managerin, Online-Marketing-Managerin und ausgebildete SEO-Managerin begleitet sie Unternehmen dabei, sichtbar und erfolgreich zu kommunizieren.
Seit 2014 berät sie branchen- übergreifend zu strategischem Marketing, Sichtbarkeit im Netz und erfolgreichem Content. Ihr technisches Know-how in Webdesign mit WordPress und DIVI verbindet sie mit einem feinen Gespür für Zielgruppen, Markenführung und digitale Trends.




